Künstlerstammtisch, jeden 3. Donnerstag im Monat, 18:00-19:00 Uhr

Soli-Theke gegen den §219a StGB

Donnerstag, 15.03.2018 ab 20 Uhr

Nach dem Fest ist vor der Theke.

Wir haben noch jede Menge Soli-Getränke und diese könnt ihr für wenig Geld und wichtigen Zweck am Donnerstag erwerben und mit uns einen gemütlichen Abend an der Theke verbringen.

Hier ein paar Infos zum Soli-Zweck:

Wenn Ärzt*innen in Deutschland Werbung für Schwangerschaftsabbrüche machen, werden sie dafür angezeigt, angeklagt und verurteilt (das Prominenteste Beispiel dafür ist die Gießeener Ärztin Kristina Hänel). Laut §219a StGB (ein Paragraph, der aus dem Jahr 1933 stammt) ist dies nämlich verboten. Dieses Gesetz ermöglicht es Abtreibungsgegener*innen Ärtzt*innen, die Schwangerschaftabbrüche durchführen und diese Durchführung bewerben, anzuzeigen und einzuschüchtern.

§ 219a Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft

(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise

1. eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder

2. Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind, unter Hinweis auf diese Eignung anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekanntgibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Dieser Paragraph passt unseres Erachtens nach nicht in die heutige Zeit! Er trägt dazu bei, dass Ärzt*innen kriminalisiert werden, wenn sie über Schwangerschaftabbrüche aufklären. Wenn Frauen vor der Entscheidung stehen, eine Abtreibung durchführen zu lassen oder nicht, stehen sie unter einer extremen psychischen Belastung, weswegen ihnen der Zugang zu einer neutralen und qualifizierten Beratung möglich sein sollte.

Stattdessen werden Ärzt*innen wie Kristina Hänel dafür kriminalisiert, dass sie Informationen über die gesetzlichen Voraussetzungen und über Methoden und Risiken eines Schwangerschaftabbruchs informieren.

Kristina Hänel wurde zuletzt vom Gießener Amtsgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 6000 € verurteilt, weitere Kosten im Kampf um die Abschaffung des Paragraphen kommen hinzu. Wir zeigen uns solidarisch mit Kristina Hänel und allen anderen Ärzt*innen , die nach §219a angeklagt sind und möchten sie daher mit dem Erlös des Soli-Verkaufs finanziell unterstützen.

Hier gibt es weitere Infos:

https://solidaritaetfuerkristinahaenel.wordpress.com/